Mein Name ist Paul, ich bin 26 Jahre alt und lebe und arbeite in Chemnitz, Sachsen.
Mein Weg begann sehr früh. Schon mit fünf Jahren spürte ich, dass ich anders war als andere Kinder in meinem Alter. Mit 14 Jahren wurde dieses Gefühl unausweichlich Realität: Therapien, Arzttermine und unzählige Gespräche bestimmten meinen Alltag. Das hat viel Zeit, Kraft und Nerven gekostet. Ohne meine Familie hätte ich diesen Weg so nicht gehen können.
Meine Eltern waren von Anfang an ein wichtiger Halt. Auch wenn es für sie – besonders für meine Mutter – zunächst schwer war, haben Gespräche mit Ärztinnen, Therapeutinnen und vor allem ehrliche Gespräche mit mir geholfen. Irgendwann verstand sie: Das ist mein einziger Weg. Und ich bleibe trotzdem ihr Sohn. Mein Vater stand mir in dieser Zeit unglaublich unterstützend zur Seite. Heute unterstützen mich beide mit einer Selbstverständlichkeit, für die ich jeden einzelnen Tag dankbar bin.
Eine ganz besondere Rolle spielte meine Schwester. Ihre Akzeptanz und Unterstützung waren für mich enorm wichtig. Sie war die erste Person, die mich bei meinem richtigen Namen nannte. Mein Deadname war für sie Vergangenheit – und das bedeutete mir mehr, als Worte beschreiben können.
Meine erste Testosteronspritze bekam ich am 13.04.2017. Ab diesem Moment begann meine Reise richtig. Ich war voller Freude, aber auch voller Angst. Mir war klar: Eine Spritze allein würde nicht reichen.
Meine Namens- und Personenstandsänderung erfolgte offiziell zu meinem 18. Geburtstag. Ab diesem Tag war ich rechtlich Paul. Kurz danach beantragten meine Eltern und ich die Kostenübernahme für meine erste Operation – die Mastektomie. Das Warten fiel mir extrem schwer. Nach über einem halben Jahr kam endlich die Genehmigung der Krankenkasse. Ich vereinbarte sofort einen Termin in der Pleißental-Klinik in Werdau. Der OP-Termin am 18.04.2018 war für mich ein riesiger Meilenstein.
Die Operation verlief zunächst gut. Erst Monate später stellte sich heraus, dass insgesamt fast ein Kilogramm Gewebe nicht entfernt worden war, was später eine Korrektur notwendig machte.
Im November 2018 folgte die Hysterektomie, also die Entfernung der inneren weiblichen Geschlechtsorgane. Diese OP wurde überraschend schnell genehmigt und verlief ohne Komplikationen. Trotzdem wurde mir in dieser Zeit klar, wie hart dieser Weg wirklich ist. Jede Operation hinterlässt Spuren – körperlich und seelisch. Meine Familie war auch hier jederzeit an meiner Seite.
Nach diesen Eingriffen fühlte ich mich zunächst vollständig. Ich sah aus wie ein Mann, sprach wie ein Mann und fühlte mich auch so. Doch nach einiger Zeit merkte ich: Es fehlt noch etwas. Mein äußeres weibliches Geschlechtsteil war für mich unerträglich geworden. Ich wollte es nicht sehen, nicht fühlen, nicht akzeptieren. Für mich war klar: Auch dieser Schritt ist notwendig.
In meiner Nähe gab es jedoch kaum Ärzt*innen mit entsprechender Spezialisierung. Über persönliche Kontakte erhielt ich schließlich eine Empfehlung für eine international anerkannte Klinik: die MeoClinic in Berlin-Mitte. Dort ist unter anderem Dr. Paul Jean Daverio tätig, einer der renommiertesten Chirurgen auf diesem Gebiet. Er entwickelte die sogenannte All-in-One-Operation und hat diese bereits über 1.000 Mal durchgeführt.
Mein erstes ausführliches Beratungsgespräch führte ich per Videocall mit Dr. Steinert, der damals noch zur Daverio-Gruppe gehörte. Er beantwortete jede meiner Fragen mit Geduld, Respekt und Fachwissen. Ich fühlte mich ernst genommen und verstanden – ohne Bewertung, ohne Zeitdruck.
Auf seinen Rat hin informierte ich mich auch bei gesetzlichen Kliniken, unter anderem in München und Berlin. Diese Gespräche lösten jedoch große Unsicherheit in mir aus: viele einzelne Operationen, hohe Komplikationsraten, lange Behandlungswege. Für mich fühlte sich das nicht richtig an.
Gemeinsam mit meiner Familie entschied ich mich daher für die MeoClinic – wohlwissend, dass es sich um eine Privatklinik handelt. Der Kostenvoranschlag belief sich auf 49.500 Euro. Nach mehreren Ablehnungen durch die AOK Plus wechselten wir zur IKK Classic. Dort wurden zunächst 10.000 Euro übernommen, nach einem weiteren Antrag knapp 30.000 Euro. Die verbleibenden 19.500 Euro finanzierten meine Eltern über einen Kredit.
In diesem Moment wurde mir erneut bewusst, was bedingungslose Unterstützung wirklich bedeutet.
Die Operation fand am 09.06.2023 statt und dauerte zwischen acht und zehn Stunden. Sie war hart. Körperlich wie mental. Ich war erschöpft, voller Schmerzen, fühlte mich kaputt – und gleichzeitig unglaublich erleichtert und glücklich. Das medizinische Personal, die Pflegekräfte und Ärzt*innen in der MeoClinic waren durchweg professionell, empathisch und respektvoll. Bis heute bereue ich diese Entscheidung keine einzige Sekunde.
Auch nach der OP blieb der Kontakt bestehen. Kleinere Komplikationen wie eine Fistel wurden unkompliziert, schnell und ohne zusätzliche Kosten behandelt – offen, ehrlich und auf Augenhöhe.
2025 erfolgte schließlich die notwendige Brustkorrektur in der St. Adolf-Stift Klinik in Reinbek bei Hamburg. Prof. Dr. Schwarz führte den Eingriff mit großer fachlicher Kompetenz durch. Mein Brustkorb ist heute so flach, wie ich es mir immer gewünscht habe. Auch hier fühlte ich mich bestens betreut – nicht zuletzt durch das Pflegepersonal und eine postoperative WhatsApp-Gruppe, die jederzeit Unterstützung bot.
Heute stehe ich hier, an einem ganz neuen Punkt in meinem Leben.
Ich gründe ein Unternehmen für Menschen, die diesen Weg noch vor sich haben. Für dich. Weil ich weiß, wie schwer er ist. Welche Zweifel, Ängste und dunklen Gedanken dazugehören können. Auch ich wollte aufgeben. Auch ich wollte nicht mehr leben. Und genau deshalb bin ich heute hier.
Ich begleite dich auf deinem Weg – von Anfang an oder an genau dem Punkt, an dem du gerade stehst. Gemeinsam finden wir einen Weg, damit du ein selbst bestimmtes, glückliches und zufriedenes Leben führen kannst.
Du bist nicht allein.